Mein „neues“ Arbeitszimmer – inkl. kurzer Anleitung zu meinem selbstgebautem Sideboard

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Viele haben es von euch mitbekommen, ich arbeite seit November 2017 selbstständig von Zuhause aus.
Als ich mit unseren Kindern im August bei meinen Eltern zu Besuch war, habe ich kurzerhand in einer Umräumaktion bei meinem Vater entschieden, dass er unsere Billyregale bekommen soll. Ich hatte davon berichtet, dass 2 Tage später mein Mann mitten in der Nacht aufstand, um quer durch Deutschland zu fahren – mit den Billyregalen im Kofferraum. Seit dem war alles in Umzugkartons verstaut und ich musste mir was Neues einfallen lassen.

In all den Wochen verliebte ich mich immer wieder in die tollsten Regalsysteme, aber ich war einfach nicht bereit tausende von Euros für mein Büro auszugeben. Es ist einfach eine sehr große Wand und ich brauche auch sehr viel Stauraum, doch solange wir nicht in unseren eigenen vier Wänden wohnen (die es hoffentlich irgendwann mal geben wird), habe ich mir geschworen nichts anzuschaffen, was man nicht hundertprozentig mit umziehen kann. Und wer weiß, ob ich ein 5mx3m Regal in unserem zukünftigen Haus unterbringen kann?

Schließlich entschloss ich mich zu einem Kompromiss bei dem handwerkliches Geschick gefragt war. Es sollte ein System aus den Ikea Küchenoberschränken Metod (60cmx60cm) und einem dazu selbstgebautem Regal werden. Also eine Konstruktion, die man jederzeit auch wieder verändern und anpassen kann. Geplant habe ich das Ganze zunächst an meinem Rechner. Ich wollte durch die hängenden Oberschränke ein Sideboard an der Wand erzeugen, auf dem ich auch mal was handwerken bzw. arbeiten kann. Eine gute Höhe hierfür ist irgendwas zwischen 90-95cm Höhe (je nach Körpergröße).

Dann habe ich mein Regal geplant – meist nachts. Die Küchenschränke sollten den ganzen Bürokram schlucken, das Regal meine Vasen und andere eher dekorative Dinge, damit die Wand nicht zu überladen wirkt. Ich habe bei meiner Planung vorher ein paar Dinge ausgemessen, die in das Regal sollten, um die Höhe der Fächer besser einschätzen zu können! Nachdem ich mir genau ausgerechnet habe, welche Maße mein Regal haben soll, ging es in den Baumarkt.

Vor Ort dann ein kleiner Schock. Die Bretter hatten nur eine Stärke von 1,8 und nicht 2cm, so wie in meiner Planung. Also Tipp, bevor ihr zuhause rechnet und plant, fahrt euch erst das Holz aussuchen und schaut in welchen Größen es sie gibt, das spart viel Zeit. Nun stand ich da also am Holzregal mit meinem Schmierzettel und der Anzahl an Brettern, die ich brauchte. Ich musste quasi geschickt errechnen, wieviele Bretter ich aus einem Großen schneiden kann, ohne viel Verschnitt zu erzeugen und somit Kosten zu sparen. Ab zum Sägemeister, von dem ich mir alle Bretter genau habe zuschneiden lassen. Das ganze Sägen hat mich um die 12€ gekostet und geht einfach soviel schneller, wie wenn man es selber zuhause macht. Und den Dreck spart man sich auch.
Doch auch hier zur Info für eure Planung. Durch das Sägen, verliert man 0,2cm Material. Sprich, wenn ich ein Brett mit 60cm breite habe und möchte es in 2 teilen, damit man 2x30cm Bretter hat, bleiben am Ende nur 29,9cm Breite übrig.

Die Küchenschränke sind innerhalb weniger Minuten aufgebaut und per Schiene auch sehr einfach an der Wand zu befestigen. Anschließend nur noch das Brett oben drauf schrauben und schon ist das hängende Sideboard quasi fertig.
Bei dem Regal haben wir uns nach langem hin und her für die Variante mit kleinen Kanthölzern unter den Regalböden entschieden. Sprich an dem Seitenteil haben wir ein Kantholz mit zwei Schrauben verschraubt und daran wiederum den Regalboden.

Ohne hätte ich es eindeutig schöner gefunden und ein Schreiner hätte es sicherlich ohne hinbekommen, aber es ist eben Marke Eigenbau. Ich hatte mich für Leimholz Eiche entschieden und dieses ist eben sehr schwer, aber auch sehr stabil. Damit das Ganze auch Gewicht tragen kann, war uns eine einfache Verschraubung der Böden mit den Seitenteilen zu wackelig. Aktuell überlege ich, ob ich die Leisten nicht farbig absetze und somit dem Regal einen anderen Look verleihe. Quasi aus einem Kompromiss ein Styleelement machen;).
Nachdem alle Teile im Liegen miteinander verschraubt wurden, musste das Regal auf das Sideboard gestellt und mit Winkeln sowohl oben und unten an der Wand befestigt werden. Ganz zum Schluss haben wir es noch mit der Platte auf dem Sideboard selber verschraubt. Fertig 😀

Ich habe tatsächlich keine Step by step Fotos von diesem Projekt gemacht, weil ich Anfangs nicht davon ausgegangen bin, dass tatsächlich so viele Leute nach einer Anleitung fragen würden. Allerdings habe ich ein paar Bilder gefunden, die zeigen, wie es hier zwischenzeitig ablief. Wenn ihr also noch mehr dazu wissen wollt, schreibt mir einfach eine Nachricht und ich versuche euch gerne weiter zu helfen.

Vor dem Regalbau haben mein Mann und ich Freitags abends, nachdem die Kinder im Bett waren, zunächst die Wand im Arbeitszimmer frei geräumt, um schließlich alles abzukleben und bis Mitternacht zu streichen.

Das Ganze, um dann am folgenden Morgen festzustellen, dass die Farbe viel zu kalt ist und definitiv nicht bleiben kann. Also wurde an dem Samstag nicht nur das Holz, sondern auch neue Farbe im Baumarkt ausgesucht. Abends dann wieder die gleiche Prozedur. Kinder ins Bett, abkleben und noch mal streichen. Ein wirklich besonders guten Tipp, den ich euch nach diesem Projekt geben kann ist, dass man die Lampe erst verkaufen sollte, wenn man mit dem Renovieren fertig ist oder eben bereits eine Neue hat…haha
Das Bild zeigt, wie ich abends um 23 Uhr mit einer Lampe auf den Schultern versuche zu erkennen, wo die Farbe nicht ausreichend gedeckt hat.
Letzter Tipp um eine saubere Kante beim Streichen zu erreichen. Erst abkleben, dann die Kante mit weißer Farbe versiegeln und warten bis diese getrocknet ist. Dann die gewünschte Farbe auftragen und am Besten das Kreppband noch vor dem Trocknen der Farbe abziehen.

Mein Schreibtisch ist im Übrigen nichts anderes als eine Küchenarbeitsplatte von Ikea. Die Böcke findet ihr ebenfalls in der Büroabteilung bei Ikea. Für mich ist diese Variante perfekt, weil ich viel Platz habe um auch mal zu basteln (oder die Steuer zu machen) und wenn man dann doch mal Platz für Besuch braucht, nimmt man die Platte einfach runter und stellt alles beiseite.

Das Sofa ist erst vor wenigen Wochen bei mir eingezogen und stammt aus einer Kooperation mit Otto.de. Hier könnt ihr euch noch mal den ganzen Artikel dazu durchlesen und hier geht es zu dem Sofa sowie zu der Wandlampe.

 

Den hellen Schurwolle Teppich habe ich uns nach Einzug in diese Wohnung und vor meinem Instagramaccount gekauft und stammt ebenfalls durch Zufall von Otto.de.

Ich bin noch nicht fertig mit dem Zimmer. Es fehlt noch an schönen Dingen für in das Regal, ein Bild und vor allem eine Lampe. Der ein oder andere hatte es die Tage gesehen. Meine ist mit dem Dübel aus der Decke gekracht und in tausend Scherben zersprungen.
Ich hoffe ich konnte euch ein wenig inspirieren.

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17 Kommentare bei „Mein „neues“ Arbeitszimmer – inkl. kurzer Anleitung zu meinem selbstgebautem Sideboard“

  1. Sieht super aus… wo genau hast du denn die Küchenschränke her? Ikea? Welches Modell?

    1. Hej, danke für den Hinweis. Habe den Link sofort eingefügt. Liebe Grüße und einen schönen Tag dir. Anne

  2. Wahnsinn diese Energie in zwei Nacht- und Nebelaktionen eine ganze Wand neu zu bestücken. Habt ihr super gemacht! Die Kanthölzer hättet ihr mit Beize Eiche hell behandeln können. Das geht leider jetzt nicht mehr, da die Beize auch ins andere Holz verlaufen würde. Liebe Grüße

    1. Liebe Marion, danke dir ;)!
      Das mit der Beize hatte ich auch im Baumarkt in Betracht gezogen, allerdings fehlte uns die Zeit, weil wir nur einen Tag hatten um das Regal zu bauen und aufzuhängen. Da hatte ich mir einfach überlegt, sie irgendwann mal farblich abzusetzen. Mittlerweile passt sich tatsächlich der Farbton den Bretter immer mehr an. Beim nächsten Projekt frage ich dich vorab und plane einfach etwas mehr Zeit ein :D.
      Hab einen schönen Tag, Anne

  3. Richtig mega schön! Hatte meinem Freund schon vor ein paar Tagen dein Bild gezeigt und wir dachten uns beide „wenn wir auch sowas bauen könnten..“ für die neue Wohnung. Weißt du vielleicht noch die genauen Maße der einzelnen Bretter? Und wieviel du für das selbstgebaute Regal ohne die Method schränke fürs Material bezahlt hast? Ich würd dein Regal supergern ähnlich nachbauen 😬

    1. Hej, schön, dass euch das so gut gefällt. Die einzelnen Maße habe ich jetzt so auf die schnelle nicht. Aber das solltet ihr sowieso auf eure Wand entsprechend anpassen. Damit es so symmetrisch aussieht, sind die mittleren Fächer doppelt so breit (hier knapp 60cm wie die Unterschränke) wie die links und rechts davon (die müssten dann knapp 30cm sein). Du musst halt hier rechnen, wie dick das Holz ist, dass du genommen hast. In der Höhe kannst du ganz einfach variieren. Ich hoffe damit habe ich dir schon mal geholfen. Preislich bin ich mir nicht mehr hundertprozentig sicher, aber so 250€ für das Holz könnten es schon gewesen sein. Die Eicheleimholzplatten sind die teuersten im Baumarkt, aber ich fand sie im Gegensatz zu Buche etc. viel schöner. Und es soll ja ein lange gefallen und halten :). Freue mich über ein Bild, wenn ihr es tatsächlich machen solltet. Meld dich jederzeit bei Fragen! Liebe Grüße, Anne

  4. Hallo, das Sideboard gefällt mir super gut! Welche Maße habt ihr denn bei den Schränken genommen? Danke schon mal 🙂

    1. Hej, danke dir! Sie haben die gleiche Größe wie im Link. 60x60cm 🙂

  5. Hat mich auch gewundert, denn wenn man auf den Link klickt kommen die 40×60. Danke für die Info, finde das Regal ist super schön geworden 🙂

    1. Hmmmm, das ist komisch. Wenn ich auf den Link gehe, dann kommen die 60x60cm.. Ich trage es im Text noch mal nach. Danke dir für den Hinweis! Ach und es freut mich, dass dir das Regal so gut gefällt!

  6. Hallo Anne, habt ihr die Leimholzplatten mit Holzöl behandelt? Liebe Grüße

    1. Hej, nein. Ich habe die exakt so beim Hornbach gekauft. Liebe Grüße, Anne

  7. Huhu, ich bin gerade durch Zufall über deinen Blog gestolpert und megabegeistert ! Jetzt drücke ich mich vor meiner eigentlichen Arbeit und lese einen Artikel nach dem anderen *schäm*… Du hast definitiv einen neuen Fan 🙂 ! Wärst du so lieb mit zu schreiben, woher du die tolle große Tafel hast ? So eine suche ich schon so lange !

    Alles Liebe, Susanne

    1. Liebe Susanne,
      das ist ja schön zu lesen. Das freut mich sehr! Die Tafel habe ich vor einigen Jahren in einem kleinen Laden am Fischmarkt entdeckt. Den gibt es aber leider nicht mehr. Aber schau doch mal bei Ebay Kleinanzeigen, da habe ich schon des öfteren mal welche gesehen. Und ich glaube Hübsch bietet auch welche an?!. Tja ansonsten bleibt nur selber bauen!? Platte in jeweiliger Größe mit Tafellack lackieren. Kanthölzer als Rahmen drauf.. fertig?!
      Hab einen schönen Abend, Anne

  8. Tausend Dank für deine rasche Antwort, das ist ja total nett ! Mal schauen, ob ich fündig werde (‚echt alt‘ finde ich viel schöner als ‚alt gemacht‘ – aber bei meinen handwerklichen Künsten sieht es sowieso garantiert nicht neu aus ;-)… )

    Ganz liebe Grüße,
    Susanne

    1. Hej, sehr gerne! Ok, wenn du echt alt suchst, würde ich wie gesagt Ebay empfehlen und ansonsten Flohmärkte oder entsprechende Geschäfte aufsuchen, die Altes verkaufen. Du könntest auch einfach nach einem alten Bilderrahmen suchen (wirst du ggf. schneller fündig), den du dann auf eine von dir lackierte Platte befestigst. Ich glaube nach 2 mal beschreiben, fällt der Unterschied kaum auf.

  9. Das ist eine sehr gute Idee – so mache ich es, falls ich nicht anderweitig fündig werde !

    Dir eine gute Zeit und alles Liebe !

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