Hauptsache wir – Ein Versuch das Stadtleben mit dem Landleben zu vergleichen.

8 Monate wohnen wir jetzt mittlerweile auf dem Land. 500km von unserer alten Heimat Hamburg. 11 Jahre lebte ich dort. Ich denke es waren die schönsten und prägendsten in meinem Leben und daher fiel bzw. fällt der Abschied besonders schwer. Ich lernte dort meinen Mann kennen, gründete mit ihm eine Familie und fand wundervolle Freunde. Ich habe mich dort selbstständig gemacht und war gerade beruflich total integriert. Jetzt erst, 8 Monate nach unserem Umzug, finalisiere ich einen Text, den ich bereits nach 5 Monaten begonnen hatte.

Man kann das Stadt- und Landleben nicht miteinander vergleichen. Es sind zwei komplett unterschiedliche Arten sein Leben zu führen.

Oft bekomme ich von euch Nachrichten, wie es uns als Familie hier geht. Viele stehen vor der Entscheidung und wissen nicht, was sie machen sollen.
Ständig habe ich diesen Text umgeschrieben. An schlechten Tagen war er mir zu positiv. An guten zu negativ. Hier zu wohnen bedeutet für mich ein absolutes Wechselbad der Gefühle.
Es gibt Tage an denen man das Haus, seinen Garten und die unmittelbare Nähe zum Wald und der Natur in vollen Zügen genießt. An denen man im Garten ist und sich wie im Urlaub fühlt. An denen man seine Kinder aus den Augen verliert, ohne gleich in Panik zu geraten. An denen man die Freiheit spürt, die die Ruhe und Weite mit sich bringt.
Aber auch Tage an denen man die leeren Straßen verflucht. An denen man abends, wenn der Mann von der Arbeit kommt, das erste Mal mit einem Erwachsenen spricht. Tage, an denen einem einfach die Decke auf den Kopf fällt und man alles in Frage stellt.
Es gibt Momente, in denen man glücklich ist und man sich vorstellt, wie schön es hier sein wird, wenn wir endlich einen normalen Alltag haben, wenn wir alle ganz angekommen sind, wenn wir regelmäßig unser Haus und den Garten mit Freunden füllen.
Und dann gibt es da diese Momente, in denen man am liebsten die Zeit zurück drehen möchte. In denen man seine Entscheidung bereut. In denen man so unendlich traurig und wütend zugleich ist. Solche Momente sind beispielsweise, wenn man seine Tochter nach 8 Monaten immer noch alleine auf dem Pausenhof stehen sieht, während alle schön miteinander spielen. Wenn man merkt, was beruflich anders oder gar besser laufen würde. Wenn man merkt, dass Freundschaften durch die Entfernung in die Brüche gehen. Wenn man einfach einsam ist.

Wir können endlich wir sein.

Was wir alle an diesem Haus am meisten lieben ist, dass wir wir sein können. So laut und launisch wie wir wollen. Laute Musik, bohren, trampeln, singen, schreien – egal wann. Mein Gott, war ich genervt von mir selber, dass ich ständig meine Kinder in ihrem Spiel ausbremsen musste. Es war Streitpunkt Nummer 1, dass die Kinder endlich mit dem Gerenne und Getrampel aufhören müssen, dass nicht noch ein 5. Mal die Wäschebütte auf den Boden knallen muss, dass der Elefant zwar trampelt, aber eben nicht bei uns in der Wohnung. Jetzt spielen sie einfach. Ich gehe nie in ihre Zimmer um sie zu ermahnen, sie können einfach Kind sein. Jetzt heißt es vielmehr in das Spiel mit einsteigen und gemeinsam durch das Haus als Amadeus und Sabrina traben und über Hindernisse zu springen.

All das ist so herrlich entspannend und befreiend im Alltag, dass es wirklich schwer fällt sich vorzustellen, seinen Kindern irgendwann ggf. wieder diese Art von Freiheit nehmen zu müssen.

Der Reitplatz unserer Tochter befindet sich inmitten von Apfelbäumen. Ruhe gibt es hier zu Genüge.

Ich vermisse die Stadt.

Für mich als Erwachsene ist es hingegen im Alltag oft sehr öde und ich tue mich schwer, hier mein eigenes Leben zu finden.
Wenn alle aus dem Haus sind, bleibt mir meist nicht viel Zeit zum Arbeiten. Das hat zum Glück ab nächste Woche ein Ende, denn dann haben wir einen Nachmittagsbetreuungsplatz für unsere Tochter. Ich denke erst erst jetzt kann ein normaler Alltag einkehren, den ich für mich ganz anders strukturieren kann. Ich plane ein oder zwei Arbeitstage pro Woche aus der Stadt zu arbeiten, dort meinen Ausgleich zu finden und die Ruhe und das Haus ganz anders genießen zu können.
Auf dem Land wohnen bedeutet für mich nämlich auch auf die kleinen Dinge zu verzichten, die ich in der Stadt so genossen habe. Mich auf der Straße von den Menschen und Geschäften inspirieren zu lassen. Es gibt keinen Blumenstrauß mehr vom Nachhauseweg. Nicht mal ein selbstgefüllter Adventskalender war dieses Weihnachten drinnen, weil es einfach nicht die Möglichkeit gibt, immer mal wieder nette Kleinigkeiten von unterwegs mitzunehmen, die nachher die Säckchen füllen – es gibt eben keine Geschäfte mit netten Kleinigkeiten. Das spontane, sich treiben lassen, los laufen, einen Kaffee trinken und irgendwann nach Hause kommen. Das gibt es hier nicht und fehlt mir sehr. Meine Freundin fragte mich neulich, ob es denn hier keinen Bus gibt. Doch „Endstation Altenheim“. Im Briefkasten liegt Post mit dem Titel „Finanzielle Sicherheit im Ruhestand“ und am Gartenzaun stehen oft die Damen mit ihrem Rollator und vorwitzen, wer denn in das Haus eingezogen ist. Sie interessiert auch nicht, dass wir da gerade als Familie zu Mittag essen, es wird einfach weiter gegafft. Resultat ist ein wahnsinnig hässlicher Zaun. Hauptsache mehr Privatsphäre.

Aktuell habe ich manchmal das Gefühl, dass ich mich noch nicht bereit fühle für dieses entschleunigte Leben. Dass ich mich sehr wohl gefühlt habe in dem Trubel, der Lautstärke und dem Chaos. Daher weiß ich, dass ich während der Woche öfter meinen Weg in die Stadt finden muss, um hier glücklich zu werden.

Die Frage, ob wir gut angekommen sind, können wir noch nicht beantworten. Denn noch haben wir keinen normal Alltag.

Die ersten 2,5 Monate war ich mit den Kindern alleine zuhause. Das genau während den Sommerferien, wo alle im Urlaub sind. Danach viele Wochen Schulunterricht nur bis 11.30 Uhr – beruflich kaum an mehr, als nur an ein paar Emails, zu denken.
Ich mache meinen Job einfach sehr gerne und hatte schon in Hamburg das Gefühl, dass ich keinem so richtig gerecht werde. Mein Kopf und mein Ideenblock sind voll von Projekten, die gerne umgesetzt werden möchten. Alles bleibt irgendwie liegen und ich schaffe gerade nur das Wichtigste. Versteht mich nicht falsch.

Ich liebe meine Kinder sehr. Aber ich brenne auch sehr für meinen Job, denn er ist mehr als nur Arbeit. Es ist mein Hobby – meine Leidenschaft und ich brauche ihn genauso, um ein glücklicher Mensch sein zu können, wie meine Familie.

Ich merke einfach, dass ich die Zeit mit meinen Kindern intensiver und ausgelassener verbringen kann, wenn ich nicht immer das Gefühl habe, wieder nur einen Bruchteil geschafft zu haben, während mein Kopf weiter an der To-do-Liste schreibt.

Weihnachtsbaumschlagen im Nachbarort.

Für ziemlich alles brauchen wir ein Auto. Das habe ich in Hamburg nur im Notfall benutzt. Gerade die Kinder fahren extrem ungern, was es nicht gerade leichter macht. Ich bin mit eine der einzigen Mütter, die ihre Tochter zu Fuß von der Schule abholt und nicht direkt nebenan wohnt. Wir haben nur den Firmenwagen meines Mannes. Daher sind wir oft sehr in unseren Möglichkeiten beschränkt. Alle anderen sind ständig unterwegs. Das Leben auf dem Land scheint so viel durchgetakteter. Heute ist der 21.01. Nach unzähligen Whatsapp Nachrichten haben wir endlich einen Termin für eine Verabredung mit unseren DIREKTEN Nachbarn gefunden – den 13.02. !

Es ist wahnsinnig schwer Anschluss zu knüpfen. Verabredungen sind kaum möglich, weil die Kinder hier jeden Nachmittag einen anderen festen Programmpunkt haben. Manche Kinder haben hier einen so vollen Terminkalender, dass ich mich manchmal frage, wo bleibt deren Kindheit? Zudem sind die Kinder in einem Alter, wo sich nur noch ohne die Erwachsenen getroffen wird. Wie soll man sich da näher kennen lernen? In Hamburg hat man sich spontan vor der Tür getroffen und ist einfach gemeinsam irgendwo hin. Das gibt es hier so gar nicht. Zu mehr als dem üblichen Smalltalk in der Garderobe, kommt es oft nicht. Jeder ist mit sich und seinem eigenen Freizeitstress beschäftigt und ich bin gestresst von dem Stress der anderen.

Auf der anderen Seite sind da wieder diese positiven Gefühle. Ausgelöst von der Tatsache, dass es für die Kinder schon toll ist so naturnah groß zu werden. Auch die „Nähe“ zu unseren Familien gibt mir Sicherheit. Das habe ich erst neulich gemerkt, als es meinem Vater über ein paar Tage nicht gut ging. Mich überkam so ein Gefühl und ich fuhr „mal eben“ in knapp 2 Std. zu ihm, um nach dem Rechten zu sehen. Eine Stunde nach meiner Ankunft waren wir in der Notaufnahme. Was hätte ich gemacht, wenn wir in HH gewesen wären? Da wäre ich wohl kaum mal eben, wegen einem Gefühl 600km zu ihm gefahren… Das Thema wird wohl auch in Zukunft nicht besser werden und von daher bin ich doch auch sehr dankbar, dass wir jetzt hier sind, wo wir sind.

Und wo wir beim Thema Familie sind. Das war ja mit der Hauptgrund, warum wir hier runter gezogen sind. Das halbe Jahr ohne meinen Mann in Hamburg, war einfach nicht das, was wir uns unter unserem Leben als Familie vorgestellt haben. Wir alle haben sehr gelitten und uns vermisst. Die Kinder am Meisten. Da war schnell klar, das müssen wir ändern, egal wie und wenn das bedeutet, dass wir all unsere Sachen packen und nachgehen. Hauptsache wir sind wieder zusammen!

Ich bin guter Hoffnung, dass ich mich für den jetzigen Zeitpunkt ganz gut mit der Situation arrangieren kann und ich weiß auch, dass es nicht für immer sein muss. Vielleicht machen wir die Grundschulzeit auf dem Land und dann, wenn „Taxi Mama“ gefragt ist, geht es für uns alle wieder in die Stadt. Vielleicht gewöhnen wir uns aber auch mit einem normalen Alltag an das Leben auf dem Land und lernen es zu lieben, sodass wir vielleicht sogar mal was Eigenes finden.

Und wenn ich dann doch mal wieder einen schlechten Tag habe, sage ich mir schnell ganz leise: Hauptsache wir sind wieder zusammen!

Die Zwei!!! Wie eng wir durch diesen Umzug zusammen gerückt sind! <3

Zwei Dinge nehme ich aus diesem Schritt auf jeden Fall mit: ein komplettes Landei werde ich wohl nie und das aller wichtigste: mein Mann und ich sind ein super Team. Durch den Umzug sind wir als Paar, aber auch die ganze Familie ein ganzes Stück enger zusammen gerückt.

Macht es euch schön,
Anne

41 Kommentare bei „Hauptsache wir – Ein Versuch das Stadtleben mit dem Landleben zu vergleichen.“

  1. Ein sehr schöner, weil ehrlicher Post. Ihr seid immer herzlich willkommen in der Stadt!

    1. <3 dann trinken wir aber mal einen zusammen ;)

  2. Liebe Anne,
    du schreibst mir aus der Seele. Genau so geht es mir nach 2 Jahren Landleben. Ich muss mir immer wieder in Erinnerung rufen, dass ich vor dem Umzug aufs Land immer gesagt habe, dass wir in unserer Familienblase überall glücklich sein können. Und das ist wirklich so. Auch wir sind näher zusammengerückt als Paar und als Familie. Es ist auch schön zu wissen, dass man immer wieder gehen könnte und eure Gedanken, die (Grund)schulzeit abzuwarten und dann mal zu schauen, haben auch wir.
    Ich wünsche dir alles Liebe und: der Frühling und der Sommer werden uns wieder bewusst werden lassen, wie schön ein eigener Garten ist.:-)
    Liebe Grüße an dich!

    1. Liebe Frieda, danke dir für deine Nachricht. Ja, ich denke auch, dass die Worte im Sommer sicherlich anders ausgefallen wären. Die Tage haben wir schon sehr genossen hier. Wir werden abwarten, was die Zukunft bringt. Liebe Grüße zurück, Anne

  3. … ich finde es sehr schön, wie ehrlich Du mit Deinen Lesern, aber vor allem mit Dir selber bist. Ich kann all Dein Geschriebenes sehr gut nachvollziehen & weiß wie es Dir geht. Hamburg ist natürlich eine unglaubliche Stadt und vermutlich kein guter Vergleichspartner. Vielleicht ist das auch der Grund – vergleichen ist schwierig, wobei Du ja bei allen Parteien fair bleibst….

    Euer Haus ist wunderschön geworden und der Garten ein Traum. Vielleicht kannst Du Dir für die Zukunft das BESTE für Dich und Deine Familie wünschen ohne Stadt und Land zu vergleichen. …

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Dich auch persönlich langsam einlebst & Deine Kinder Anschluss finden. … alles GUTE für EUCH!

    1. Danke für deinen Zuspruch. Ja, ich denke irgendwann muss der Punkt kommen, wo man aufhört zu vergleichen. Wo man anfängt nach vorne zu schauen und sich eben sein Leben so gestaltet, wie es einem gefällt und gut tut. Dir auch alles Gute. Anne

    2. Hallo Ihr ,
      Ich bin vor 2,5 Jahren, von Berlin aufs Land (600 km weg),gezogen.
      Wollte runter kommen ,
      Dazu, meine Mutter lebt hier seit 30 Jahren.
      Habe nen guten Job und nette Kollegen.
      Aber das wars schon !!!
      Bin so einsam hier., von Tag zu Tag, empfinde ichs schlimmer.
      Wenn ich freie Tage hab,es ist mittlerweile die Hölle für mich.
      Es gibt nur meine Wohnung, Arbeit und meine Mutter.
      Und das wars..
      Kenne niemanden hier und Kollegen haben alle Familie und fahren ihr eigenes Ding, wo auch alles durchstrukturiert ist,😁bei denen
      eben alles wie immer sein muss.
      Falls dann mal doch ein Treffen angepeilt wird,…..
      3 Wochen später ,genaues Datum mit Uhrzeit Angabe.
      Spontanität, kennen die Menschen hier nicht.
      Ich habe mich entschieden ,das ich zurück gehen werde. Dieses Jahr noch.
      Sonst drehe ich hier durch .
      Es quält mich nur noch und macht mich von Tag zu Tag unglücklicher.,
      Unzufriedenenr und auch mega einsam u.traurig.
      Bin mir über vieles klar geworden hier.
      Das ich so niemals leben könnte .
      Deren Luxus und Erfüllung ist hier,ein Haus und Kind /Familie.
      Und Ende.
      D.h.:
      Wollte das endlich ma loswerden. !

      Und ich freue mich auf Berlin, den Lärm, die Verrückten,den Gestank ,
      Die Berliner Schnauze. Den Dreck .
      Das cool sein. Das feiern gehn laut, schrill und dies Tage lang.
      Alles was die Leute hier niemals kennenlernen werden, in ihrer kleinen verkackten kleinbürger Idylle.
      Liebe Grüße
      Sandra und pinziberlin

      1. Habe keine Familie hier.
        Also nur meine Mutter..
        Und sie will unbedingt hier bleiben.
        Leider.

  4. Hallo Anne, ja wenn ich das lese war es genau so bei uns. Wir sind 2004 von Schwaben nach HH und 2017 zurück ins Schwabenland gezogen. Erstmal bis wir im Norden angekommen waren hat es 1,5 Jahre gedauert. Alles fremd, keine Familie außer wir
    drei, keine Freunde und mein Mann ging zur Arbeit und unsere Tochter in die 2. Klasse. Ich war einsam und traurig. Aber es wurde besser bzw. richtig gut und als wir(ohne unsere Tochter die inzwischen 20 Jahre alt war) 2017 in die ursprüngliche Heimat zurückgezogen sind ging es mir wieder schlecht obwohl ich alles hier kenne und uns alte Freunde und unsere Familien erhalten geblieben sind. Ich hab zwei Heimaten … HH und Esslingen bei Stuttgart. Es dauert alles sehr lange egal wohin es dich verschlägt. Und ich bin sicher das du neue tolle Bekanntschaften machen wirst. Keiner dort kann wissen das ihr einsam seid. Mein Tipp, mach etwas wie zum Beispiel in den Sportverein eintreten. Du wirst sehen es wird … aber es dauert einfach seine Zeit. Und wenn alles nix ist dann geht ihr halt irgendwann zurück nach Hamburg. So denke ich auch obwohl ich schon 2,5 Jahre wieder im Süden lebe. Liebe Grüße Sabine

    1. Liebe Sabine, danke dir! Wir werden unser bestes geben ;). Alles Gute für dich. Anne

    2. Liebe Anne,
      mich haben deine Worte sehr berührt, so sehr, dass ich mein Mitgefühl mitteilen möchte. Du hast das, was bestimmt schon so viele Menschen durch die hohen Anforderungen des modernen mobilen Lebens erlebt haben, unglaublich gut in Worten ausgedrückt. Ich kann deine Gedanken absolut nachvollziehen. Ich könnte Dir auch meine Geschichte erzählen, als ich vor 21 Jahren wegen der Arbeit meines Mannes mit kleinem Baby von Berlin – Kreuzberg in eine schwäbische Kleinstadt gezogen bin. Meine Geschichte ist deiner sehr ähnlich, obwohl zwei Jahrzehnte dazwischen liegen. Ich habe unglaublich lange meiner verlohrenen Heimat Berlin nachgetrauert, habe lange Herzklopfen vor Freude bekommen, wenn ich mich nach langen Autobahnfahrten Berlin genähert habe, war lange auf der Suche nach einem klitzekleinen Berlin in der neuen Heimat. Gleichzeitig habe ich in der neuen Heimat die Luft, den Geruch und den grenzenlose Blick der Natur genossen. Es kamen zu den lieben Menschen, die in Berlin geblieben sind, neue liebe Menschen dazu und eine interessante Arbeit, ein zweites Kind. Ich habe mich manchmal zerissen gefühlt, als wenn zwei Pole in meinem Herzen gegeneinander kämpfen würden, einmal die multikulturellen Städterin gegen die Naturliebhaberin. Ich hatte immer das Gefühl, mich entscheiden zu müssen bis ich versucht habe, beides miteinander zu vereinbaren. Ich bin weder nur das „Eine“, noch das „Andere“, sondern sowohl die Städterin als auch die Naturliebhaberin. Es bleibt die Liebe zur Stadt, das Bunte, die Vielfalt, das Verückte, das kleine Berlin in meinem Herzen und gleichzeit genieße ich die Weite der Natur, manchmal sogar das Kleinkarierte, das Überschaubare der Kleinstadt. Ich versuche meinem Gefühl zu folgen und wenn die Sehnsucht nach Großstadtluft so riesig ist, fahre ich einfach los, nach Berlin, München, Stuttgart…Nachdem meine Kinder eine wunderschöne Kindheit auf dem Land erlebt haben, zieht es sie jetzt auch in die Stadt, in die große weite Welt und nach Berlin…
      Ich wünsche dir alles Gute in deiner neue Heimat und, dass es dir immer gelingt, deine Sehnsüchte miteinander zu vereinbaren und deinem Gefühl zu folgen.
      Liebe Grüße, Simone

      1. Liebe Simone,
        ach, danke für diese Worte. Ja, vielleicht müssen wir genau das verstehen und lernen. Ich bin sehr gespannt und weiß nicht so richtig wo man hindenken soll.
        Aber ich bin sicher, dass wir auch das schaffen. Die Zukunft wird etwas für uns bereit halten und ich bin sicher, dass das gut wird :). Alles liebe für dich, Anne

  5. Liebe Anne, ich verstehe Deine Gefühle sehr gut. Auch wir haben mal ein Haus aus dem Land gekauft und nach vier Jahren wieder verkauft. 🙂 Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen ersten Besuch des einzigen Cafes am Platze zu der Zeit…und den verdutzten Blick der Kellnerin, als ich fragte, wo denn die Zeitungen sind. Ganz zu schweigen, dass ich in den vier Jahren niemals jemanden gesehen habe, der noch alleine mit seinem aufgeklappten Notebook da war. Wir sind nach den 4 Jahren dann nicht zurück in unsere „eigene“ Stadt, sondern nach Hamburg gezogen. DAs war auch gut so, weil es viel mehr eine echte Weiterentwicklung für uns alle war. Erst war die Euporie groß, aber irgendwann fehlte etwas. Ich konnte hier nicht mehr reiten (weil der nächste akzeptable Stall irgendwie 45 MInuten Autofahrt weg ist), wir schauten hier nie weit und hatten keinen Garten mehr. Deswegen haben wir uns einen „Hybrid“ gebaut…und verbringen seit dem 3 von 4 Wochenende an der Nordsee auf einem kleinen Hof mitten im Nichts. Das ist unsere Lösung gewesen und wir finden sie alle drei perfekt. Du wirst Deine Lösung bestimmt auch noch finden. Frankfurt hat sicher tolle Co Working Spaces und eine Szene mit Bloggern, die sich freuen, Dich kennenzulernen. Ihr findet Eure Stadt-Land Kombination sicher noch… Und vielleicht ist diese auch in jeder Lebensphase verschieden. Viele Grüße! Wir kommen mal vorbei und ich muss dringend mal so ein Moselsecco in Deiner Gartenlaube trinken. 🙂 S.

    1. Hej meine Liebe, schön von dir zu lesen!
      Danke für deine lieben Worte und ich bin gespannt, wie sich alles weiter entwickelt. Wir freuen uns auf euren Besuch und der Moselsecco wird sofort geordert, der ist nämlich leer ;).
      Grüß alle lieb <3, Anne +3

  6. Hallo,
    Ich bin per Zufall auf den Blog und den Artikel gestoßen.
    Ich frag jetzt mal ganz blöd: wenn es auf dem Land ja so „schwierig“ ist, warum seid ihr nicht einfach nach Frankfurt gezogen?
    Und aus eigener Erfahrung und Erfahrungen im engen Freundeskreis kann ich nur eines sagen: wer die neue Heimat mit der alten Heimat vergleicht kommt nie an.
    Viele Grüße
    Katharina

    1. Liebe Katharina,
      ich danke dir für deinen ehrlichen Kommentar. Zu der Entscheidung haben letztes Jahr einfach viele Komponenten geführt. Sicherlich war der Hauptgrund, dass wir in der Stadt immer Sehnsucht nach mehr Ruhe und dem Land hatten. Dass wir die Vorstellung schön fanden, dass unsere Kinder einen Teil ihrer Kindheit etwas unbefangener verbringen können. Wie es sich dann tatsächlich anfühlt und wie es werden würde kann man ja nie vorhersehen. Es hätte auch einfach gleich klappen können. Sowas weiß man doch erst, wenn man es probiert hat. Außerdem will man auch nicht gleich alles hinwerfen, nur weil es auf Anhieb nicht klappt. Sowas braucht nicht selten Zeit.
      Viele Grüße zurück, Anne

  7. Liebe Anne,
    ich finde über das Leben auf dem Land gibt es zu viele verkitschte Vorstellungen. Bedingt durch Magazine wie Landlust, Wohnen und Garten etc. glauben viele auf dem Land gibt es um jede Ecke ein Cafe mit tollem Blumen- und Dekoladen und alles ist wie Stadt nur mit mehr Blumen und Bäumen.
    ich bin – zugegebenermaßen – ein absolutes Landei (erst Österreich, und seit 20 Jahren Odenwald (bei Darmstadt, 40 km bis FFM). Also verzeih mir die Einseitigkeit in dieser Richtung.
    Ich empfehle jedem der aufs Land ziehen will der Buch „Altes Land“ von Dörte Hansen. Es trifft es ganz gut 😉
    Unsere Tochter geht jetzt in der Stadt aufs Gymnasium und man merkt den Unterschied zwischen Stadt und Land.
    Alle sind nett, soweit alles gut; aber der Umgang ist anders. Kühler, formeller, mehr auf Abstand, nicht ganz so locker….
    Du merkst es schon: ich liebe es auf dem Land zu leben.
    Auf dem Land vielleicht mehr Neugierde, aber dafür auch mehr miteinander, mehr füreinander. Man muss sich nur drauf einlassen 🙂
    In diesem Sinne, gutes Einleben – probier es einfach mal aus und stürz Dich ins Landleben :))
    Viele Grüße
    Katharina

    1. Liebe Katharina, ich bin selber auf dem Land groß geworden und kenne all das eigentlich ganz gut. Daher kam auch immer die Sehnsucht nach dem Landleben, oder eben, dass meine Kinder genauso durch die Gärten hüpfen können, wie ich es gemacht habe. Ich weiß, dass es hier nicht wie in den Magazinen ist (die ich im Übrigen nie lese ;). Ich wusste was auf mich zukommt. Was ich aber nicht wusste war, dass ich mich so an das Stadtleben gewöhnt hatte und eben all das, was es mit sich bringt, so doll vermissen werde. Was du beschreibst, erlebe ich genau anders herum und könnte jetzt in Frage stellen, ob du das Stadtleben gut kennst? Wir haben in 3 unterschiedlichen Mehrfamilienhäusern in HH gewohnt und in allen Häusern eine super offene Hausgemeinschaft erlebt. Diese Anonymität, von der alle in der Großstadt sprechen, haben wir nie erfahren. Die Menschen sind viel offener als hier auf dem Land. Hier kennen wir lediglich eine Familie von gegenüber. Die Menschen im Haus links neben uns habe ich 2 mal auf der Straße getroffen, die rechts habe ich noch NIE gesehen… (liegt ein bisschen daran, dass die Eingänge in unterschiedlichen Straßen liegen)… Hier hat jeder seinen festen Freundes-/Familienkreis. Ich habe das Gefühl, jeder lebt in seiner Blase und keiner will einen aufnehmen… Man wird nicht gebraucht. Glaub mir, wir sind offene Menschen. Aber wenn man ständig doof angeschaut wird, weil man die Menschen auf der Straße begrüßt oder versucht mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen, dann hört man damit auch irgendwann auf und denkt sich, dass muss ich mir nicht geben. Ich muss mich niemandem aufdrängen, der nicht dafür bereit zu sein scheint. Wir wären es! VG, Anne

      1. Liebe Anne,
        Nein fürs Stadtleben bin ich natürlich keine Expertin 😉
        Ich wollte nur eine Bresche fürs – realistische – Landleben schlagen.
        Ich muss allerdings zugeben dass man oft auf dem Land gewisse Vorurteile gegenüber Neuankömmlingen aus der Stadt hat…(das ist natürlich nicht nett, ist aber so.).
        Eine Einladung auf ein Glas Wein oder zum Grillen, Kuchen backen für die Schule usw hilft unheimlich weiter
        Ich wünsche euch viel Geduld und viel Erfolg!
        LG Katharina

    2. Ich bin zwischen Darmstadt und Dieburg in einem Mini-Dorf aufgewachsen. Mittlerweile wohne ich 6 Jahre in München.

      Seit Januar bin ich nun aber Mama und jetzt zieht es uns zurück aufs Land Richtung Aschaffenburg. Dort wohnt meine erweiterte Familie. Darmstadt ist nicht weit, Frankfurt auch nicht. Wenn ich doch Stadt brauche dann fahre ich eben hin.

      Dafür gibt es jetzt 147qm Wohnung statt 70 für weniger Miete und drei Schrebergärten meiner Oma, die wir mit nutzen dürfen. Allein das war schon ein Argument.

      Ich bin sehr gespannt, ob mir diese Umstellung schwer fallen wird, da ich es ja doch eigentlich auch so kenne. 🙂 Bestimmt werde ich die Stadt hier und da vermissen aber ich freue mich auf die Nähe zur Natur.

      1. Dann wünsche ich dir alles alles Liebe für dieses Vorhaben. Danke dir, dass du deine Geschichte mit uns teilst.

  8. Liebe Anne,
    danke für Deine schonungslos offene Darstellung des Alptraums vom Landleben. Die Dichotomie besteht nicht in Stadt vs. Land (das ist eher ein Gradient von Land via Speckgürtel (trifft wohl besser auf Euch zu) zur Stadt) sondern zwischen Leben und Wohnen: in der Stadt und auf dem Land lebt man, im Speckgürtel wohnt man. In der Stadt lebt man, weil man es sich aussucht, und auf dem Land lebt man, wenn man dort aufgewachsen ist, sonst wohnt man dort auch. Im Speckgürtel wohnt man wegen des Hauses und nicht wegen des Umfelds.
    Der Speckgürtel wäre mein persönlicher Alptraum – jeder wohnt für sich und nicht mit den anderen, und Du beschreibst das fast herzzerreissend – Deine Tochter steht nach 8 Monaten noch immer alleine auf dem Pausenhof, Deine Verabredung mit den direkten Nachbarn via WhatsApp, das Unverständnis, Deine Kinder zu Fuss statt mit dem SUV zur Schule zu bringen.
    Du kommst wohl nicht umher, Deine Entscheidung ehrlich zu überdenken. Was nützt das schönste instragrammeske Kinderzimmer, wenn man keine Freunde hat, die mit einem dort spielen? Will ich mich anpassen (und die Kinder zur Schule fahren) oder will ich mir selbst treu bleiben in der Gewissheit, mich und meine Familie endgültig auszugrenzen? Welche Karriere-Entscheidung Deines Mannes rechtfertigt es, die gesamte Familie zu entwurzeln und ein über die Jahre gewachsenes soziales Netzwerk zu zerstören? Neuanfänge sind immer schwierig; als Familie findet man am ehesten Anschluss über die Kinder und somit zu anderen Familien. Wenn Euch das noch nicht gelungen ist, wird es Euch in Zukunft sehr wahrscheinlich nicht leichter fallen.

    Ich beneide Dich nicht um die Entscheidung, so schnell wie möglich wieder nach Hamburg zurückzugehen, bevor sich Euer soziales Netz dort ganz zersetzt bzw. euch die nächsten Jahre durchzubeissen in der Hoffnung, doch heimisch zu werden.

    Alles Gute und Kopf hoch!

    1. Danke dir für deinen Kommentar. Du magst mit ein paar Punkten recht haben, aber einige sind ein wenig anders. Wir sind nicht nur wegen dem Job meines Mannes hier runter. Wir wollten zu unseren Familien. Wollten, dass die Kinder mit ihren Großeltern aufwachsen. Zudem hatten wir immer den Wunsch in einem Haus mit Garten zu leben. Wir haben beide unsere Kindheit ländlich verbracht, daher fehlte uns immer was in der Stadt. Viele beschreiben den Schritt als schwierig und dass er Zeit braucht. Wir werden sehen. Schönen Abend.

      1. I see. In dem Fall wäre es wohl am besten, direkt in die Nähe der Grosseltern zu ziehen, wo man idealerweise noch Leute kennt. Aber auf dem Land hat sich in den letzten 10, 20 Jahren auch viel verändert. Wir sind als Kinder immer durch die Strassen und Wiesen gezogen, und bin jedes Mal geschockt, dass NIEMAND (ausser mir) mehr zu Fuss geht. Selbst im Dorf fahren die Leute 200 m mit dem Auto zum Coiffeur, Bäcker, … Und statt auf der Strasse / Spielplatz / Wiesen spielen die Kinder in eingezäunten Trampolins in eingezäunten Gärten. Die einzigen, die zu Fuss gehen, sind die Rentner mit ihren Rollators am Flussufer.

        Entscheidend für das Einleben ist, ob man jemanden vor Ort kennt. Es reicht, wenn das eine einzige Person / Familie ist, die einen mit offenen Armen empfängt. Am einfachsten geht die Kontaktaufnahme über die Kinder – wir selbst sind vor 5 Jahren gezügelt, und alle unsere Freunde sind die Eltern der Freunde unserer Kinder. Allerdings sind wir nicht aufs Land gezogen, sondern aus der grossen (Genf) in die kleine (Fribourg) Uni-Stadt, und glücklicherweise arbeiten die meisten anderen Eltern auch an der Uni.

        Ich hoffe, Ihr findet noch Anschluss und schlagt Wurzeln oder trefft die richtige Entscheidung.

        1. Danke dir. Das Leben wird uns den Weg zeigen ;). Alles Liebe für euch.

  9. Bin eigentlich durch Möbel hier gelandet und hab mal bisschen reingelesen.

    Wir ziehe gerade selbst aus dem Rhein-Neckar-Gebiet nach Schwerin.

    Die Sehnsucht nach dem Landleben kann ich in gewisser Weise verstehen (auch wenn ich es selbst nur vom Urlaub bei meiner Tante und der Geschichte meiner Eltern kenne).
    Allerdings ist das heutige Landleben nicht mehr das was es vor 20 oder 30 Jahren war (trifft natürlich auch auf das Stadtleben zu, nur mit anderen Konsequenzen).
    Mein Vater ist in Bad Kleinen aufgewachsen und wenn ich mich an die Geschichten (und tw. eigene Erlebnisse in früher Kindheit) erinnere, dann war das Dorf früher ein lebendiger Ort. Mein Vater sagte vor Jahren es sei nur noch ein „Schlafdorf“. Dort wohnen 3500+ Menschen… man sieht aber niemanden, wenn man durch den Ort läuft. Traurig und trostlos.

    Auch die Romantik des Dorflebens für Kinder kann ich ein Stück weit nachvollziehen… aus meiner Sicht ist aber auch hier die Realität oft eine andere. Oft ist die Abhängigkeit von elterlicher Mobilität gross… und je älter die Kids werden je schwerer wird es für sie.
    Ich bin froh das meine Eltern damals nach Berlin gezogen sind. Die Besuche bei der Verwandschaft waren immer abschreckend. Aber auch Berlin ist nicht mehr der Ort wo ich meine Kinder aufziehen wollte… die Welt meiner Kindheit gibt es auch dort nicht mehr.

    Schwerin ist deshalb ein Kompromiss… in Bezug auf Natur, Stadt und Nähe zur Familie. So muss halt jeder seinen Kompromiss finden… in diesem Sinne… euch alles Gute und viel Glück!

    1. Ja, das hast du ganz gut beschrieben. Genau so ist es. Wenn ich in meine Heimat fahre, frage ich mich so oft, was ist mit dem Ort passiert? Ich wünsch euch für den Kompromiss alles Gute und vielleicht ist es irgendwann kein Kompromiss mehr 😉

  10. Liebe Anne!

    Ein toller, ehrlicher Artikel! Danke dafür!
    Ich wohne in Österreich und komme aus Wien. Vor einiger Zeit bin ich gemeinsam mit meiner Partnerin in die Nähe von Graz gezogen, also sozusagen von der Großstadt in den Speckgürtel einer doch wesentlich kleineren Stadt 😉
    Wir sind hier gelandet, da meine Partnerin einen neuen Job in Graz angenommen hat. Dann dachten wir, vom Leben in einer hübschen, aber viel zu kleinen und überteuerten Wohnung mitten in der überhitzten Innenstadt die Schnauze voll, wir ziehen gleich richtig ins Grüne. In die Nähe von Wald und Wiese. Meine Freundin ist am Land und ich sehr verwöhnt mit Garten, aber in Wien, aufgewachsen.
    Die Wohnung, die wir hier gefunden habe, super. Groß, riesige Terrasse, ruhig, grün, alles super. Da wir Familie planen, stellten wir es uns ideal vor. Verkitschte Vorstellung definitiv.
    Mittlerweile bin ich wieder vom Leben in der Vorstadt abgekommen. Ich fühle mich hier, abgesehen von der Wohnung, nicht besonders wohl und vermisse in erster Linie das bunte Treiben, das bunte Leben, das Jugendliche am Städtischen. Ich habe auch das Gefühl, die Aufgeschlossenheit ist eine Andere. Auch das Zu Fuß gehen, die öffentlichen Verbindungen gehen mir ab. Hinzu kommt natürlich, das wir hier fast niemanden kennen…
    Wir haben uns nun definitiv dagegen entscheiden, unsere Kinder hier aufwachsen zu lassen. Wir werden unserem Glück weiter auf die Spur gehen und wissen nun, der Speckgürtel der Stmk hat es uns (besonders mir) nicht angetan.
    Ich hoffe, auch ihr findet euer Zuhause im Glück 🙂
    Wobei wohl auch immer etwas dabei ist, das nicht ideal ist, denke ich mir. Vlt braucht es Zeit und Geduld. Jedenfalls keine leichten Entscheidungen.
    Die Vorstellung der nebenberuflichen Taxifahrerin macht zumindest uns die Entscheidung leichter, doch wieder näher an die Stadt zu wandern.

    1. Ich kann so gut nachvollziehen, was du beschreibst und wie ihr euch fühlt. Aber auch schön zu sehen, dass ihr zumindest beide so denkt. Das ist immer viel wert!
      Unser Glück ist gerade gefühlt perfekt. Tolle Wohnung in der Stadt, tollster Schrebergarten um die Ecke! Ich drücke euch die Daumen, dass auch ihr euren Weg findet. Sei ganz lieb gegrüßt, Anne

      1. Danke für deine Worte! Ja, das stimmt, das ist ganz viel wert 🙂
        Es freut mich sehr zu lesen, dass ihr euren Weg gefunden habt! Klingt wirklich total schön! Ich wünsche euch auch viel Glück für die Zukunft und noch ganz viel Freude mit eurer alten/neuen Wohnumgebung! Hamburg ist wirklich eine zauberhafte Stadt!

        Alles Liebe,
        Sophie

  11. Servus Anne,

    der Text ist jetzt schon etwas her, dennoch würde ich mich gerne hier noch einbringen.
    Ich stehe auch kurz davor so eine Entscheidung zu treffen. Ich bin eigentlich aus der ländlichen bayerischen Provinz Oberpfalz. Stadt Amberg um genau zu sein. Viel Geschichte, 45.000 Einwohner, ab 18 Uhr klappen die Boardsteine hoch und alles ist wie ausgestorben.
    Wirtschaftlich ist es auch eine sehr schwache Region und Jobs sind sehr rahr. Aber, die Familie meiner Frau und von mir sind Vorort, mein Freundeskreis ist groß und nach 10 Jahren Abwesenheit immernoch stark und sehr familiär und es wäre definitiv einfacher an eine Wohnung zu kommen mit Garten.
    Ich, bin 41 Jahre alt, verheiratet mit einer absolut tollen Frau und wir haben 2 wunderbare Kinder. Mein Sohn geht im September hier in München in die Grundschule 1. Klasse und meine Tochter ist in Ihrem ersten Jahr KiGa. Wir wohnen im Münchner Norden und sind eigentlich recht glücklich hier. Mein Job ist ok. Und unsere Wohnung, im Gegensatz zum Rest Münchens, bezahlbar. Wir haben ein Auto. Die Berge vor der Türe. Und jedes Jahr ein großes Angebot an Aktivitäten hier um Umkreis.
    Ich hab aber jetzt, durch einen sehr guten Freund der die Abteilung leitet, ein knaller Jobangebot aus der Heimat bekommen. Bin aber hin und her gerissen in meiner Entscheidung.
    Über 10 Jahre wohne ich in München und habe diese Stadt lieben gelernt. Ich mag es hier zu wohnen. Wir haben zwar nur einen kleinen Freundeskreis aber sehen uns alle sehr unregelmäßig. Die meiste Zeit sind wir alleine als Familie. Zu viert.
    Ich denke mir einerseits, klar, in der Heimat wäre alles einfacher. Omas wären da, meine und Ihre Familie, Freunde, usw.
    Aber anderseits denke ich mir, ich hab hier in München soviel erreicht. Das hätte ich in der Heimat nie erreicht. Es gab ja einen Grund warum ich weg gezogen bin damals. Ich wollte weg! Raus aus dem Sumpf der Arbeitslosigkeit. Der Langeweile der Kleinstadt. den immer gleichen Fressen.
    Und jetzt. Steh ich vor dieser Entscheidung- Heimat oder Stadt- und weiß nicht weiter.
    Ich habe auch mit noch keinem anderen darüber geredet.
    So wie ich mich kenne, werde ich tot unglücklich sein. Aber meine Frau und evtl die Kinder glücklich. Ich denke mir auch so wie ihr „HAUPTSACHE WIR SIND ZUSAMMEN!“
    Aber was ist wenn durch meine unglückliche Zeit alles den Bach runter geht?
    Ich weiß einfach nicht was ich machen soll.
    Es geht ja uasi nicht nur um mich. Sondern um meine Familie.
    Ich habe schlichtweg angst alles hier in MUC aufzugeben, unglücklich in die Heimat zurückzukehren und im Nachhinein alles zu bereuen.
    Und wenn ich lese das Deine Tochter 8 Monate alleine auf dem Pausenhof stand zerbrucht mir das Herz. Das will ich auf keinen Fall meinem Sohn antun. Er ist eh so ein EInzelgänger.

    Hast Du es mittlerweile bereut diesen Schritt zu gehen?
    War es die richtige Entscheidung?
    Hast Du Tips die mich in meiner Entscheidung unterstützen könnten?

    Liebe Grüße aus München <3
    Shizzl 🙂

    1. Hej du, erst einmal vielen lieben Dank, dass du hier so offen über alles schreibst. Ich glaube du beschreibt das Dilemma ganz gut, das viele haben. Aber ich erkenne in deinen Zeilen auch, dass euch zwar wunderbare Dinge erwarten würden, du in deinem Hier und Jetzt aber glücklich bist. Ich habe sehr das Gefühl, dass du diesen Schritt nicht gehen magst. Das Wichtigste: sprich mit deiner Frau offen und ehrlich darüber! Sag ihr, dass du Angst hast. Sag ihr, dass du das eigentlich garnicht willst. Ist sie denn aktuell unglücklich? Eins kann ich dir sagen: wenn du unglücklich wirst, werden es deine Frau und deine Kinder gewissermaßen auch. Ich war unglücklich und mein Befinden hat sich sehr im Alltag bemerkbar gemacht. Antriebslosigkeit, schlechte Laune, Heimweh… das alles spürt deine Familie und übt sich auf euer Leben aus. ZU sagen, Hauptsache der Rest der Familie ist glücklich und auch meine erste Aussage „Hauptsache wir sind zusammen“ ist falsch. Ich würde es eher so formulieren „Kinder brauchen glückliche Eltern, um glücklich zu sein. Mehr als das Landleben!“ Macht Listen mit Pro und Contra. Warum solltet ihr wirklich gehen? Reicht das, was ihr habt nicht aus, um als Familie glücklich zu sein. Denn du darfst nicht vergessen, ihr seid eine eigene kleine Familie! Auch wenn der andere Teil woanders wohnt. Wenn ihr die Heimat und eure Familien vermisst, wären geplante regelmäßigere Besuche (alle 8 Wochen fahren wir ein Wochenende zu Oma und Opa)eine Lösung? Solltet ihr euch dennoch für den Schritt in die Heimat entscheiden, dann vermietet doch eure jetzige Wohnung unter. Das haben wir gemacht. Für 12 Monate. Ihr kommt wieder an den guten Mietpreis, zurück zu euren Freunden, die Kinder zurück zu ihren Freunden. Das ist ganz ganz wichtig und gibt viel Halt und Kraft bei so einem Schritt. Das Zuhause ist nicht weg, es ist nur eingefroren und es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man weiß, dass man nichts verloren hat, sondern nur eine Erfahrung reicher ist, wenn man dann doch nach einem Jahr wieder zurück geht! Alles erdenklich Gute für euch! Liebe Grüße, Anne

      1. Danke für Deine rasche Antwort. Das ging ja fix. 🙂
        Das ist es ja. Meine Frau ist auch immer hin und her gerissen zwischen NeuHEimat und AltHeimat. Ich habe auch viele Bekannte aus der Heimat in die weite Welt gezogen sind (Berlin, Köln, Hamburg, etc) die wieder nach AM zogen und nach 2 Jahren wieder in die Wahlheimat weil sie in Amberg unglücklich waren. Ich will uns eigentlich diesen Stress ersparen. Wir haben ja auch eigentlich das Glück das wir nur 1,5 Stunden fahrt auf uns nehmen müssen um in der ländlichen Heimat zu sein. Um alle wieder zu sehen. Das ist doch ein super Ding finde ich. Wenn man Sehnsucht hat, einfach ins Auto und los.
        Meine Frau ist sehr Heimatverbunden, wohnt aber jetzt mittlerweile auch seit knapp 9 Jahren hier. Mal hat sie Heimweh, mal nicht. Das kommt immer drauf an. Wetter, Melancholie, Heimweh.
        Neue Leute kennenlernen ist gerade auch ziemlich schwierig. Corona usw.
        Im KiGa die Eltern der Kinder kennenlernen noch schwieriger. Maskenpflicht beim abholen und man darf nicht mehr in den KiGa hinein gehen.
        Meine Frau ist eher ein ruhige. Ihr fällt es schwer Kontakte zu knüpfen. Ich hingegene bin sehr aufgeschlossen. OUTGOING! 🙂 Mir fällt es einfach Leute anzusprechen und neue Bekannschaften zu knüpfen. Schon alleine weil ich extrem viel Skateboard fahre und im Park immer neue Bekanntschaften mache.
        In der Heimat hat meine Frau keine Freunde. Die sind alle weggezogen. Alle nach Norddeutschland, Amerika, etc etc.
        Nur noch Familie. Was ja nichts schlechtes ist.
        Aber ich glaube wir würden es alles auf kurz oder lang bereuen wieder in landleben zurückzukehren.
        Und ich gebe Dir da komplett Recht. Nur wenn man selber glücklich ist, kann man das Glück an andere zurückstrahlen.
        Ich werde es bei einem Glas Wein mit meiner Herzdame besprechen und – wie von Dir vorgeschlagen- eine PRO & CONTRA Liste machen. Ich glaube das ist die beste Möglichkeit.

        Ich wünsche euch von Herzen das Beste vom feinsten und das Feinste vom besten!

        Herzlichste Grüße aus Minga in den Norden!
        Shizzl <3

        1. So! Ich bins nochmal…..
          Hier ein kurzes Update 🙂
          Es ist jetzt fix. Wir ziehen in 3 Tagen wieder zurück in die Heimat Amberg.
          Ich hab meinen Traumjob durch Zufall ergattert, wir haben eine riesen Wohnung mit Garten, die im Gegensatz zu München, bezahlbar ist. Es bleibt sogar einiges über!
          Mein Sohn hat gleich einen Schulplatz in der ersten Klasse bekommen und meine Tochter ab Oktober einen KiGa Platz.
          Alles in allem freuen wir uns mittlererweil auf den Umzug und die Familie/Freunde.
          Es wird zwar eine Umstellung von der Großstadt zur Kleinstadt aber wir sind guter Dinge.
          Wir haben, wie Du schon vorgeschlagen hast, eine PRO & CONTRA Liste gemacht. Einmal für MUC und einmal für AM.
          Und die Pros für die Heimat haben die Contras überwogen und die Contras für München waren viel mehr Punkte als die Pros.

          Corona hat uns die Entscheidung auch etwas abgenommen.
          Wir hatten seit der Pandemie nicht mehr wirklich viel von der Stadt. Wir waren eher außerhalb unterwegs als in der City.
          In der Heimat ist überall um uns herum Wald und wir können unsere Seele baumeln lassen. Und die Kinder können auch einfach mal die Natur erkunden.

          Wir freuen uns schon auf die Zeit in der Provinz!

          Euch allen eine tolle Zeit! Bleibt gesund und geil! 🙂
          Shizzl

          1. Hej Shizzle, ich hoffe ihr seid gut angekommen. Wie geht es euch mittlerweile? Liebe Grüße und schön, dass ihr eine Entscheidung treffen konntet und sich alles so gefügt hat.

  12. hallo, wir sind vor 4 wochen aus wien in meine alte heimat am land in deutschland gezogen. ich war 10 jahre in wien und muss sagen gerade geht es mir gar nicht gut und ich vermisse die großstadt total! ich weiß 4 wochen ist noch keine zeit, aber es ist einfach ALLES anders von heute auf morgen! 2 meiner 3 kinder gehen num in den dorfkindergarten in dem nachmittags noch ca 3 kinder pro gruppe sind – das alleine ist ja wahnsinn! ich bereue gerade alles und joffe einfach nur es wird alles gut!😅 liebe grüße an euch alle

    1. oh man.. ich fühle mit dir! Gib dir Zeit. Öffne dich aber auch den neuen Dingen. Das habe ich nie wirklich zugelassen, sonder mich immer ein wenig im Heimweh und „alles ist kacke“ gesuhlt. Alles Liebe für euch und hör aber nicht auf in dich hineinzuhorchen und ggf. „Stop“ zu rufen.

      1. danke dir für deine schnelle antwort! heute sehe ich wirklich alles nur negativ, abet du hast recht und ich möchte dem ganzen eine realistische chance geben! ich bin nur auch total verwundert über mich selbst, da ich die letzten wochen und monate eigentlich total positiv auf den neuanfang geblickt habe…wie ging es dir im vorfeld und wie lange wart ihr insgesamt auf dem land? hab ich richtug gelesen ihr hattet eure wohnung in hamburg nur untervermietet und konntet da wieder zurück?

  13. Hallo! Ich bin gerade ganz zufällig auf Deinen Beitrag gestoßen und ja, es ist sehr interessant. Ich bin sehr oft umgezogen und ich liebe ebenso die Stadt, aber gleichzeitig die Ruhe des Landes. Aber was jetzt noch gar nicht so richtig besprochen wurde ist die Kleinstadt. Also Städte, die ungefähr alles haben. Eine Fußgängerzone mit ein paar Geschäften, Sportmöglichkeiten, etc. Das wäre doch vielleicht so eine Art Kompromiss.
    Und außerdem: Ist es nicht auch vielleicht die Routine, die man hat und die man so liebt und braucht? Genau zu wissen, wo man die Dinge kaufen kann, wo der Klavierunterricht für die Kinder stattfindet. Die vertrauten Gesichter, das Schwätzchen im Vorbeigehen, auch wenn man diese Person eigentlich nicht so mag? Ich bin mir a nicht sicher. Nach zehn Jahren steht bei uns eventuell gerade wieder ein Umzug an und ich bin sehr skeptisch, meine Routinen aufzugeben….ja, kriege Panik nur daran zu denken, alles wieder hinter mir zu lassen…..Daher lasse ich mich gerade von Artikeln wie Deinem inspirieren. Viele Grüße Anne2

  14. Liebe Anne
    Vielen Dank für diesen tollen und ehrlichen Post, auf den ich zufällig gestossen bin. Ich habe gerade nach einem fast 2-stündigen Gespräch mit meiner 9-jährigen Tochter „aufs land ziehen – richtige Entscheidung?“ gegoogelt.
    Wir sind vor 8 Monaten aus einem innerstädtischen, quicklebendigen Quartier in Zürich einen Katzensprung weg in den schon vielbeschworenen Speckgürtel gezogen. Direkte Busverbindung ins Zentrum und in unser altes Viertel 2x in der Stunde, Dauer 15 Minuten. Sonnige Lage, eigenes Haus, mehrere Aussenbereiche auf verschiedenen Ebenen. Super viel Privatsphäre, Schule 3 Minuten Fussweg. Bushaltestelle und Dorfsupermarkt ebenfalls.
    Als mein Mann und ich das Haus entdeckten, haben wir uns total in es verliebt. Es ging uns gar nicht so sehr um den Ort oder „das Land“. Wir dachten, es ist doch total nah, und wir können doch jederzeit in die Stadt wenn uns danach ist. Wir haben uns darum beworben, und wurden vom ehemaligen Besitzer schliesslich in der zweiten Runde auch gewählt. Das schien uns eine ziemlich einmalige Chance, zumal die Vorteile rein finanziell auf der Hand lagen – mit dem niedrigen Zins zahlen wir nur einen Bruchteil von dem, was für die Miete monatlich weggegangen ist.
    Unsere Kinder haben schnell Anschluss gefunden, und auch wir schon einige sehr nette Kontakte geknüpft. Trotzdem ist der Alltag, den du beschreibst, auch meiner: kein Mensch auf der Strasse. Spielen nur mit Verabredung. Spontan geht kaum etwas und auch unser Dorf ist ein „Schlafdorf“. Auch ich habe manchmal Tage, an denen ich die Ruhe, die schöne Aussicht, das rumbuddeln im Garten sehr geniesse. Mir persönlich fehlt mittlerweile auch erstaunlich wenig aus der Stadt – nach einer mehrmonatigen und schwer grübeligen Trauerphase. Bevor wir umzogen, gleichzeitig aber auch schon nach dem point of no return – unterschriebener Kaufvertrag, Kredit etc. – hatte ich einen plötzlichen Panikanfall, da ich gemerkt hatte, dass ich noch NIE NIE NIE vorher nicht im Stadtzentrum gewohnt habe, in allen Städten in denen ich gelebt hatte. Ich hab mich sozusagen total ins blaue drauf eingelassen. Wir hatten auch überlegt, unsere Whg für 1 Jahr unterzuvermieten, uns schlussendlich aber dagegen entschieden.
    Was man mit Sicherheit sagen kann, ist, dass man beides nicht wirklich miteinander vergleichen kann. Es sind ganz unterschiedliche Lebensmodelle. Sich Zeit zu lassen, ist wirklich das einzige, was man machen kann.
    Trotzdem war ich heute wieder absolut verunsichert, als meine Tochter mir unter Tränen gestand, wie schwer es hier für sie ist. Dass sie sich immer total verstellen muss, weil die Kinder einfach anders „ticken“. Dass der Schulweg sterbenslangweilig ist, und dass ihr das Leben, andere Leute, kleine Läden und überhaupt die Ablenkung in der Stadt sehr fehlen würden. Dass sie denkt, sie wäre nicht dafür gemacht, in so einem Dorf wie hier zu leben. Auch ihre jüngere Schwester sagt oft, dass sie Zürich vermisst, und wieder dahin zieht wenn sie gross ist.
    Das stellt mich wieder ziemlich vor die Frage, ob unsere Entscheidung richtig war. Man kann ja nicht immer nur nach dem entscheiden, was die Kinder gern hätten, und trotzdem haben wir sie aus dem absoluten Kinderparadies in eine andere Welt katapultiert. Irgendwie weiss ich gerade auch nicht weiter, und es ist wohl einer dieser Tage, an denen ich unsere Entscheidung bereue. Vielleicht werden wir auch nach der Grundschulzeit wieder zurück, wer weiss…
    Jedenfalls hat mir dein Post in grossen Teilen aus der Seele gesprochen. Ich wünsche eurer Familie alles gute, egal wie ihr euch definitiv entscheidet… Herzliche Grüsse, Katy

    1. Liebe Katy,
      hmm oh man. Ich kenne das Gefühl nur zu gut. Gerade wenn die Kleinen so unglücklich sind, ist es besonders schwer. Weil wir irgendwie über ihren Kopf hinweg entscheiden. Aber glaub mir, diese Tage haben wir jetzt auch manchmal. Ganz oft, wenn wir im Garten sind oder bei Freunden mit eigenem Garten, kommen so Sprüche wie: „Ach, ich wäre gerne wieder in unserem Haus in FFM.“. „Ich würde auch gerne wieder auf dem Land wohnen, da ist alles besser“. „Unsere Wohnung ist doof. Ein Haus ist viel besser.“. „Die Stadt ist doof. Die ist so voll…“. Was ich sagen will: ich glaube die Kids können nicht einschätzen, was jetzt genau das richtige ist. Es gibt immer etwas, was an dem Anderen besser ist und genau das macht es so schwer, weil man es nicht vergleichen kann. Ja, vielleicht ist die Idee, wenn die Kinder größer sind, wieder in die Stadt zu gehen, garnicht so doof. Sind wir mal ehrlich. Garten, Wald, Natur ist für die kleinen toll. Teenies, die mit Freunden unterwegs sein wollen, Kino, erste Diskos, Shoppen… das ist schon schön in der Stadt und ohne Taxi Mama/Papa. Oder versucht öfter mal mit den Kids in die Stadt zu fahren zwischendurch vielleicht macht das das Vermissen etwas weg. Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Liebe und drücke die Daumen, dass ihr GEMEINSAM die richtige Entscheidung trefft. LIebe Grüße, Anne

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